| Am 26. April 2002 geschah etwas sehr Furchtbares
- ein Schüler drang in Erfurt in seine Schule ein und erschoß
dort 16 Menschen, vor allem Lehrer, anschließend tötete er sich
selbst.
Entsetzen und Trauer greifen um sich, Politiker
sondern die üblichen Beschwörungen ab, Forderungen nach mehr
Kontrolle und Verboten werden laut.
Wir glauben, daß das wenig nutzen wird.
Die Umstände der Tat deuten darauf hin, daß es ein Konflikt
eines Jugendlichen mit der Schule war, in dem die Fronten sich verhärteten.
Unter dem Streß von Prüfungen, ohne Unterstützung durch
die Eltern - und ohne Vertrauen in sie - ist das Problem dann unglücklich
eskaliert und hatte diese Folgen. Solche Konflikte sind nicht neu, neu
ist der schreckliche Verlauf. Robert S., der Täter, scheint, trotz
Vereinsleben und großer Klappe, ein sehr einsamer Junge gewesen zu
sein, der sein Schulversagen und das Leiden darunter nicht mitteilte, sondern
in sich hineinfraß und dann mit Gewalt ausbrechen ließ.
Wie gesagt, das ist nicht neu. Der Autor
dieser Seite ist jetzt Lehrer, war aber auch mal Schüler, und zwar
keiner, der seinen Lehrern viel Freude bereitet hat. Ich habe das Glück
gehabt, daß die armen Kollegen trotzdem verständnisvoll waren
und Schlimmeres verhindert haben, ich wurde nicht von der Schule geschmissen.
Ich habe damals, vor 40 Jahren, auch das Gefühl gehabt, mich mit Lehrern
NIE verstehen zu können - heute weiß ich, daß wenigenst
ein paar von ihnen sich auf jeden Fall bemüht haben, MICH zu verstehen.
Eine wesentliche Hilfe waren damals aber auch Bücher. Sie haben mir
das Gefühl gegeben, nicht allein mit meinen Problemen zu sein. Irgendwer
hatte Ähnliches erlebt und durchlitten, das war tröstlich. Vielleicht
hätte Robert S. mehr lesen sollen ...
Diese Seite ist unter dem Druck der Ereignisse
damals fix zusammengeschustert worden - wir bitten, Fehler und Ungenauigkeiten
zu entschuldigen. Aber das Problem wird uns ja wahrscheinlich noch länger
begleiten ...
Und in der Tat ...
...
ähnliche schreckliche Dinge passierten in Emsdetten in Nordrhein-Westfalen
an einer Realschule 2006 und, ebenfalls an einer Realschule, in Winnenden
in Baden-Württemberg 2009. Im Herbst 2009 verletzte ein Schüler
in Ansbach zwei Mädchen schwer. Am 10. Februar 2010 erschoß
ein ehemaliger Berufsschüler einen seiner ehemaligen Lehrer - angeblich
wegen schlechter Noten, die aber mehr als 5 Jahre zurücklagen.
Das Zusammenschustern ist leider noch nicht
besser geworden, ich habe immer nur von Zeit zu Zeit Ergänzungen vorgenommen.
Für junge Leute, die ihre Probleme
mit der Schule haben, hier als Angebot ein paar Bücher, die ich für
hilfreich halte. Leider hat eine SPIEGEL-Studie auch gerade zur Zeit der
Katastrophe in Winnenden (2009) festgestellt, daß Jugendliche eher
alles andere tun als lesen ... aber vielleicht kommt ja in Konfliktsituationen
doch mal jemand zum Buch. Es ist, im Vertrauen gesagt, das billigste und
langlebigste Unterhaltungsmittel. Für die, die nun partout nicht lesen
wollen, gibt es einige der Werke auch als Film ... |